Klaus Hartmann

Klaus Hartmann, Hartmut Kunze, Kurt Lieber

Klaus Hartmann 2006 in Koethen

Klaus Hartmann 2006 in Koethen

 

Seitdem "Kiste Hartmann"

Klaus Hartmann geb. am 23. Oktober 1934
in Keuschberg,
jetzt Bad Dürrenberg
 

Vom 9. September 1952 bis 1. Oktober 1955 besuchte ich erfolgreich die Seeoffiziersschule Stralsund, trat aber den Dienst nicht an, da ein Chaot zum Militär absolut nicht geeignet ist. 1955 bis 1956 arbeitete ich im Physikalischen Labor der Betriebskontrolle in den Leuna-Werken.
Von 1956 bis 1959 studierte ich im zweiten Anlauf an der Fachschule für Chemie Köthen zum Chemieingenieur und arbeitete dann als solcher im Sprengstoffwerk Schönebeck und in der Schuhchernie Leipzig-Mölkau. Wegen meiner politischen Einstellung hatte ich stets Schwierigkeiten mit der Partei, FDJ und Gewerkschaft. 1961 mußte ich mir eine neue Stellung suchen und zog nach Hliltrup/Westfalen, jetzt Münster-Hiltrup.
Am 1 . April 1961 nahm ich bei den „Glasurit-Werken Hiltrup“, der späteren »BASF Fasern und Farben AG“ eine Stellung an und war ich in verschiedenen Positionen (Jobrotation) tätig, bis ich schließlich 1994 rausfiog. Seitdem versuche ich Rente, Pension und Abf indung zwar nicht zu mehren, aber doch so zu behandeln, daß immer noch etwas überbleibt.

Meine chronologischen Arbeitsschwerpunkte waren:
- Gruppenleiter Industrielackierungen, besonders Verkehrsschilderlackierung. -Farbtonentwicklung Autoreparaturlacke.
- Laborleiter Flüssigkunststoffe. Größtes Objekt war die Großkläranlage der BASF AG in Ludwigshafen.
- Forschungsgruppenleiter High-Solid-Decklacke. Da alle Kollegen ihr Auto mehr liebten als ihre Frau und deshalb dem neuartigen Lack mehr als mißtrauten, war mein Skoda das erste Auto der Welt, das im High-Solid Verfahren lackiert wurde, im Farbton DB 616.
- Laborleiter Normenprüflabor. In dieser Funktion u.a. Mitarbeit bei der Einführung der Labordatenverarbeitung innerhalb der BASE - Coatings und Einführung der Micro-Eindringhärte-Prüfung als Prüfverfahren für Lackierungen.

Mitarbeit in folgenden Gremien:
- Mitarbeit im Fachnormenausschuß 7 bei der Erarbeitung von Normen für Prüfverfahren in der Anstrichmittelindustrie, Leiter des Arbeitskreises Mikro.-Eindringhärte.
- Mitarbeiter im VDA Arbeitskreis Anstrichtechnische Prüfmethoden.

Veröffentlichungen:
- Hartmann/Holtmann: Einfluß der Molekulargewichtsverteilung unter besonderer Berücksichtigung der niedermolekularen Anteile auf das Eigenschaftsbild von 1 Komponenten High - Solid - Lacken (Auftragsforschung für das Bundesministerium für Forschung und Technologie).
- BeilinlHartmann: Micro-lndentation Hardnes, eine neue Testmethode zur Charakterisierung von Lackoberflächen (Fatipec Congress Amsterdam, etwa 1990).

Hobbys:
Kanusport aller Variationen, vor allem Slalom und Extremwildwasser. -
- Hochseesegeln, meist als Skipper, oft als Segelausbilder.
- Extremtourenskilauf ausschließlich im norwegischen Fjell.
- Bergwandern, ausschließlich im skandinavischen Fjell.
- Zwei Norwegenreiseführer veröffentlicht (leider bin ich dadurch nicht berühmt geworden).
- Diverse Veröffentlichungen über Norwegen und Extrempaddeln in Norwegen in verschiedenen einschlägigen Fachzeitschriften, wovon manche schon nicht mehr existiert, aber das lag garantiert nicht an mir.
- Fotografieren und Filmen. Leider sind die Schmalfilme mit dem Aufkommen der schlechteren Videotechnik sehr teuer geworden, Video ist aus Qualitätsgründen kein Ersatz für den Chemiefilm.
- Kochen und backen.
 
 
 

Wahl-Norweger seit 25 Jahren
Klaus Hartmann — Kanusportler mit Leib und Seele                            BASF Information 15.3.1991
Was tut ein Leiter des Normen-Prüflabors in seiner Freizeit? Die Antwort: Kanusport — und das schon seit dem 14. Lebensjahr! Klaus Hartmann (LPFT), gebürtiger Sachse aus dem bei Leuna gelegenen Städtchen Bad Dürrenberg an der Saale, Jahrgang 1934, hat zwei Leidenschaften: Kanusport und Norwegen. Beides zu verbinden, fällt dem gelernten Laboranten und studierten Chemie-Ingenieur nicht schwer. Seit 1970 arbeitet er im Werk Münster-Hiltrup. Fahrzeug- und Industrielacke nach DIN- und Automobil - Normen zu prüfen gehört zu seinen täglichen Aufgaben. Nach Feierabend und an den Wochenenden besteigt er dann sein Kanu. Bis zu seinem 50. Geburtstag galt seine Leidenschaft dem Kanu-Slalom- und Wildwasser-Fahren auf Zeit. Die deutsche Einheit wurde für Klaus Hartmann zu einem ganz individuellen Ereignis. So konnte er im vergangenen Jahr an jener Stelle in der Saale sein Kanu zu Wasser lassen, wo es für ihn und sein Hobby einst begonnen hatte. Norwegen - die andere große Leidenschaft! Seit seinem ersten Besuch in diesem skandinavischen Land vor 25 Jahren ist Hartmann unzählige Male dort gewesen und weiß manch Kurioses davon zu berichten. 1976 erreichte ihn ein Brief. Kanusportler aus den USA wünschten sich eine Wildwasser- »Führung« durch Norwegen und teilten Hartmann mit, daß der norwegische  Kanuverband sie an ihn verwiesen hätte, da sie niemanden kennen würden, der sich auf norwegischen Flüssen besser auskenne, als Hartmann aus Münster. 
Mittlerweile ist er mit seinem Fachwissen auch an die Öffentlichkeit getreten. So hält er bereits seit 1970 Vorträge über Norwegen, über seine »Lebenserfahrun - gen in vielen Jahren Norwegen«, die er gesammelt hat und an ein interessiertes Publikum weitergiht. In vielen Städten des Ruhrgebietes traf er auf neugierige Zuhörer. Seine Erfahrungen hat er aber auch schriftlich niedergelegt - in mehreren Aufsätzen für Fachzeitschriften und einem Buch. 
Darin beschreibt er den 183 Kilometer langen Sognefjord, den größten Fjord Norwegens, und stellt ihn als sehr 

Klaus Hartmann im vergangen Jahr in Nordnorwegen auf
dem Westfjord zwischen Festland und Lofoten.

 gutes Kanurevier vor. »In Kanuten -kreisen ist der Autor als ein ausgezeichneter Kenner skandinavischer Gewässer bekannt«, heißt es in der Verlagsankündigung zu Hartmanns Kanu-Wanderführer. Im norwegischen Winter - bei uns noch Anfang Mai - zieht es ihn immer wieder in das tief verschneite Land. So nimmt Hartmann gern an Hütten-Ski-touren teil, die von einem Hundeschlitten begleitet werden. Jeder der höchstens 20 Teilnehmer trägt auf seinem Rücken bis zu 30 Kilogramm Gepäck. Die Schlittenhunde hingegen ziehen einen nur mit leichtem Gepäck beladenen Schlitten. So geht es dann tageweise auf markierten und gespurten Strecken von einer bewirtschafteten Hütte zur nächsten. Dabei konnte er im Verlauf der letzten Jahre immer wieder feststellen, daß die Grenze der eigenen Belastbarkeit schnell erreicht ist. Aber es ist fast wie eine Sucht. »Auch wenn es manchmal sehr anstrengend ist, läßt es einen nicht los«, kommentiert er und wird wohl noch einige Jahre in See stechen und der gespurten Piste folgen.
Hervorhebungen von Schäfer